Meine Entwicklung als Fotograf und Mensch

Mit diesem ersten Blogeintrag erzähle ich euch ein bisschen mehr über meine Entwicklung als Fotograf.

Aber genauso schreibe ich etwas über mich als Mensch.

 

Der Beginn meiner fotografischen Reise begann mit der Natur- und Landschaftsfotografie. Ja, alles fing mit Bilder des Mobiltelefon bei Spaziergängen an. Als ich irgendwann meine erste Kamera hatte, begann ich viele verschiedene Dinge auszuprobieren, wie Makroaufnahmen, Langzeitaufnahmen. Auch machte ich Bilder von meinen Kindern. Mich fesselte der Gedanke, auf welche unterschiedlichen Möglichkeiten man Menschen fotografieren kann. Ich war natürlich ebenso beeindruckt von bereits bekannten Fotografen und ihren Arbeiten. 
Was möchte ich wirklich machen? Diese Frage kam mir durch den Kopf.

Mich kennt man nur als sehr ruhige und stille Person. Das wollte ich gerne ändern oder zumindest meine Unsicherheit verbessern. Eine Idee war geboren. Ich suchte diese eine Herausforderung. Ich wollte mit Menschen arbeiten. Ich wollte lernen, mit Menschen umzugehen. Nicht immer nur der stille Typ sein, einfach mehr und leichter aus mir herauskommen. Auch wollte ich mich kreativ ausleben. Immer schon bin ich mehr an kreativer Arbeit interessiert als rein technischer.

Ich fasste den Entschluss: Ich möchte Menschen fotografieren.
Eine Entscheidung, die ich selbst vor Jahren nicht für möglich gehalten hätte.
Eine Bereich der Fotografie, der mich selbst immer wieder herausfordern wird.


Als ich dann im Jahr 2020 mit der Portraitfotografie begonnen habe, war mir bewusst, dass ich damit einen ganz großen Schritt aus meiner Haut heraus gehe. Als dann auch das erste Shooting zustande kam, hatte ich bereits ein ganz gutes Grundwissen. Die Kamera konnte ich einstellen, die richtige Brennweite wählen, ja sogar den Blitz konnte ich bedienen. 

Aber ich hatte von ganz vielen wichtigen Dingen noch keine Ahnung:
Das richtige Licht, auch ohne Blitz finden, spannendes Licht nutzen, spannende Perspektiven finden, Outfitwahl und eben der Umgang mit dem Menschen und ein Gefühl in das Bild einbringen. All das war mir noch nicht wirklich bewusst, denn ich kannte nur die Spitze des Eisberges.

Jetzt machen wir einen Sprung in die Gegenwart. Es ist September 2022. Weit über 70 Shootings liegen hinter mir. Ich habe nicht nur fotografisch bei jedem einzelnen Shooting dazu gelernt und mich weiterentwickelt. Ich habe genauso als Mensch dazu gelernt, bin offener und viel sicherer geworden.

Es gab einen Zeitpunkt in diesem Jahr, an dem ich meine Fotografie aus den falschen Gründen fast aufgegeben hätte. Aber ich habe es nicht getan, und das ist gut so, denn ich möchte den richtigen Weg in meinem Leben gehen. Manchmal sieht man ihn nicht oder er ist steinig und schwer zu gehen. Auf einer sicheren Straße fühle ich mich immer dann, wenn ich tue wofür ich brenne. Meine Leidenschaft auslebe, meine Kreativität in die Welt lasse. Immer dann spüre ich sicheren Boden unter meinen Füßen.

Ich mache Bilder und bewege mich auf meiner eigenen sicheren Straße.

Glücklich bin ich jetzt, dass ich weiterhin so viel mit der Fotografie erreiche. All die Shootings der letzten Monate waren unglaublich gut. Momente halte ich fest, Menschen auf Bilder, so wie ich sie sehe. Meine Bilder sollen authentisch sein und Emotionen zeigen. Sie sollen meine eigene Ästhetik besitzen. 

Es ist immer ein so unbeschreibliches Gefühl, wenn der Mensch vor und der Mensch hinter der Kamera gemeinsam etwas erarbeiten und diesen einen Moment erschaffen und auf Bild festhalten. Ich mache das nicht alleine. Ohne all die Menschen, die ich fotografieren durfte, würde ich das nicht schaffen. Ob Mensch vor der Kamera, der mir das Vertrauen schenkt, oder alle Fotografen, die mich durch Ratschläge, Tipps und Gespräche unterstützen, ich danke jedem Einzelnen von Herzen.

Durch einige Gespräche weiß ich, ich bin nicht der Einzige, der auch menschlich durch die Fotografie dazu gewinnt. Aus der eigenen Haut herauskommen, Stärke zeigen, sich aber auch mal verletzlich zeigen dürfen, all das gehört dazu.

Man gewinnt dabei, immer, man gewinnt an Selbstbewusstsein, an innerer Stärke und Sicherheit. Ich bin ein anderer Mensch, als der, der ich vor zwei Jahren war.